Cervicalsyndrom


Cervicalsyndrom ist eine Bezeichnung für Beschwerden, die von der Halswirbelsäule (HWS) ausgehen bzw. den Halswirbelsäulenbereich betreffen. Typische Beschwerden sind Nackensteife, Schmerzen im Schulterbereich, Kopfschmerzen, Gefühlsstörungen in den Armen und Händen und Schmerzen bei Bewegungen des Kopfes.

Die Ursachen für ein Cervikalsyndrom sind zumeist Störungen der gelenkigen Wirbelverbindungen im Bereich der Halswirbelsäule sind. Diese führen zu Verspannungen, Muskelverhärtungen und in der Folge zu anhaltenden Schmerzen mit eingeschränktem Bewegungsradius im Schulter- und Nackenbereich des Patienten.

Unter akutem Cervicalsyndrom versteht man eine schmerzhafte Halswirbelsäule, die meist mit einer Bewegungsstörung der Kopfbewegung kombiniert ist. Manchmal ist es durch eine unachtsame Bewegung ("verreißen") verursacht, auch Zugluft dürfte ein Auslöser sein. Oft entsteht es aber schleichend mit zunehmender Intensität. Die Schmerzen können mit Ausstrahlung in einen Arm kombiniert sein. Sorgfalt ist nötig wenn ein taubes Gefühl entsteht, Krämpfe oder Schwäche in der Hand.

Cerviclasyndrom


 

Organische Ursachen

Trauma: „Schleudertrauma“, Muskel- und Bänderzerrungen, Wirbelfrakturen und -luxationen; Degenerative Wirbelsäulenerkrankungen: Spondylarthrose, ggf. mit Wurzelreizsyndrom oder cervikalem Bandscheibenvorfall mit oder ohne Spinalkanalstenose.

 

Funktionelle Ursachen

Muskuläre Dysbalancen durch monotone, unphysiologische Körperhaltung, beispielsweise am Bildschirmarbeitsplatz oder in der Fließbandfertigung, durch Arbeiten in Zwangshaltungen wie Überkopfarbeit (z.B. KFZ-Mechaniker), durch Arbeit in räumlich beengter Umgebung oder durch einseitige Überlastung der Muskulatur, beispielsweise Arbeiten mit schwerem Schutzhelm.

Repetitive Strain Injury Syndrom, die sogenannte Sekretärinnenkrankheit

   Schiefhals

   Somatisierung psychischer Störungen und Erkrankungen wie Burnout-Syndrom, Stress, Depressionen und Neurosen.

 

Von einer Cervicobrachialgie (Syn.: Cervicobrachialsyndrom, cervicobrachiale Neuralgie, Schulter-Arm-Syndrom (Arm-Schulter-Syndrom) und cervikobrachiales Syndrom) spricht man, wenn von der Halswirbelsäule ausgehende Schmerzen, die in den Arm ausstrahlen, auftreten.

 

Impingement

Degeneration oder Verletzung der Rotatorenmanschette (Rotatorenmanschettenruptur) sind die häufigste Ursache. Betroffene Patienten können, aufgrund der zunehmenden Einklemmung der Supraspinatussehne, den Arm kaum noch über Schulterhöhe heben. Das eigentliche Impingement entsteht subacromial, also unterhalb des Schultereckgelenkes, weshalb hier auch von einer Bursitis subacromialis gesprochen wird. Auch eine starke Einschränkung der Beweglichkeit („frozen shoulder“) kann sich daraus entwickeln.

 

Therapie

Durch eine Injektionstherapie, kombiniert mit Stosswellentherapie (sog. Triggerpunktstosswelle), Medical Flossing, Physiotherapie und antiphlogistischer Therapie kann eine Heilung des Cervicalsyndromes und der Cervicobrachialgie zumeist erreicht werden.

 

Bei therapieresistenten Beschwerden der Schulter kann durch eine Arthroskopie der Schulter ein Sehnenriss oder das Engpasssyndrom bei der Kalkschulter saniert werden.

© Dr. Harald Wolf  2019