Epicondylits

Epicondylitis ist ein erworbener, schmerzhafter Reizzustand der Sehnenansätze von Muskeln des Unterarms. Die Erkrankung den Enthesiopathien zugeordnet.

  • Epicondylitis radialis humeri (auch Tennisellenbogen; Tennisarm) am äußeren Epikondylus des Oberarmknochens (Strecker des Handgelenks und der Finger).
  • Epicondylitis ulnaris humeri (auch Golferellenbogen, Golferarm): am inneren Epikondylus des Oberarmknochens (Beuger des Handgelenks und der Finger).
Epicondylitis

Eine Epicondylitis entsteht durch Überbeanspruchung der Unterarmmuskulatur. Mögliche Auslöser sind:

  • einseitige Beanspruchung (z. B. bei Tastatur-/Mausbenutzung, siehe auch: Repetitive Strain Injury Syndrom, Sportklettern)
  • Fehlhaltungen im Beruf, bei der Haus- und Gartenarbeit oder in der Freizeit
  • falsche Technik bei Schlägersportarten
  • bei Schlafhaltung in Seitenlage (Verwendung des stark gebeugten Armes als Kopfstütze)

Erkrankungen wie Fibromyalgie zeigen ebenfalls spontane Schmerzen in der Muskulatur im Verlauf von Sehnen und Sehnenansätze und können Druckpunkte (tender points) am Ellenbogen aufweisen.

Symptome

Typisch ist ein umschriebener Druckschmerz über dem Muskelansatz am Ellenbogen und eine Schmerzauslösung oder -verstärkung bei Betätigung dieser Muskeln.

 

Therapie

Neben physiotherapeutischen Verfahren existieren auch Therapien wie Zuwarten, Kühlung mit Eis, Ultraschall, Pulsierende Magnetfeldtherapie, Lasertherapie, Interferenztherapie, Hochvolttherapie, Elektrostimulationstherapie, Muskelkräftigungsübungen, Armschlinge, Bandagen, Verbände z.B. Epi Point Orthese, Röntgenschwachbestrahlung, Stoßwellen-Therapie, ACP-Therapie, Medical Flossing, Anwendung von Diclofenac-haltigen Cremes und Gelen, manuelle Therapie (beispielsweise Querfriktion nach James Cyriax), Akupunktur, Blutegelbehandlung, lokale Friktionsmassagen und die Injektion von Kortison.

 

Bei Therapieresistenz kann eine operative Therapie angewandt werden. Bei der Operation nach Wilhelm-Hohmann: wird eine Entlastung der Muskelspannung durch eine teilweise Durchtrennung der Sehnenansätze an der betroffenen Epicondyle (Discisions-Tenotomie) herbeigeführt (= OP nach Hohmann). Zusätzlich wird eine Durchtrennung des radialen Nervengeflechtes, das direkt dem Epicondylus aufliegt, durchgeführt. Hierzu wird die Knochenfläche verödet (Verfahren nach Wilhelm).

 


© Dr. Harald Wolf  2019