Fersensporn


Der Fersensporn (Kalkaneussporn) ist ein knöcherner Sporn am Fersenbein. Es wird zwischen einem unteren und einem oberen Fersensporn (Schleimbeutelentzündung am Ansatz der Achillessehe) unterschieden. Der untere Fersensporn geht gelegentlich mit einer Entzündung der Plantarsehne an der Fußsohle einher (Plantarsehnenentzündung bzw. Plantarfasziitis). Wesentliche Risikofaktoren für eine Plantarfasziitis sind Übergewicht und Pronationsfehlstellung des Fußes. Etwa 10 % der Läufer sind betroffen. Frauen sind häufiger betroffen als Männer, gewöhnlich liegt das Erkrankungsalter oberhalb von 40 Jahren.

50 Prozent aller Röntgenaufnahmen zeigen bei Plantarfasziitis-Patienten einen Fersensporn. Fersensporn wird als Folgeerkrankung aufgrund von Zugbelastung und nicht als Ursache der Plantarfasziitis angesehen.

Fersensporn

 

Plantarfasziitis ist eine Erkrankung der Aponeurosis plantaris (auch Plantarfaszie genannt), die mit Schmerzen an der Fußsohle am Übergang zur Ferse einhergeht.

Häufig handelt es sich um eine Überbeanspruchung der Aponeurosis plantaris als Ursache, die zu Mikroverletzungen in dieser Aponeurose führt. Plantarfasziitis ist die häufigste Ursache für Schmerzen in der Ferse. Etwa 10 Prozent der Bevölkerung leidet einmal im Leben unter dieser Erkrankung. Frauen sind häufiger betroffen als Männer; die Häufigkeit nimmt mit dem Alter und mit dem Body Mass Index (BMI) des Patienten zu. Etwa 70 Prozent aller Patienten sind fettleibig. Menschen mit Plattfuß, Hohlfuß und verschiedenen Beinlängen befinden sich gehäuft unter den Patienten mit Plantarfasziitis. Berufsgruppen, die lange stehen oder gehen sind häufiger betroffen.

 

Üblicherweise klagen Patienten über Schmerz im zur Mitte gelegenen (medialen) Teil der Sohle der Ferse, der am stärksten morgens nach dem Aufstehen oder nach längeren Ruhepausen ist. Bei Belastungen wie dem Gehen wird die Aponeurosis dann beim Abrollen des Fußes wieder gedehnt (Dorsalextension von Fuß und Zehen), was zunächst Schmerzen verursacht. Nach kurzer Zeit verringert sich dieser Schmerz, kann aber nach längerer Belastung im Laufe des Tages wieder stärker werden.

Die Diagnose kann allein aufgrund klinischer Symptome, wie dem typischen Fersenschmerz am Morgen und der Druckempfindlichkeit der Sohle, erstellt werden. Bildgebende Diagnostik mit beispielsweise Sonografie wird erst notwendig, wenn die Plantarfasziitis auf konservative Behandlung nicht anspricht.

 

Therapie

Zahlreiche Methoden werden zur Behandlung eingesetzt. Sie reichen von Tapeverbänden und orthopädischen Einlagen über Injektion, Verwendung einer Faszienrolle (Black Roll Mini), Stosswellentherapie (diese Behandlung ist in der Regel nicht schmerzhaft), ACP-Therapie und Medical Flossing, Röntgenschwachbestrahlung bis zu operativen Maßnahmen.

 

© Dr. Harald Wolf  2019