Facettensyndrom

Als Facettensyndrom oder Facettengelenksarthrose bezeichnet man eine Schmerzsymptomatik, die durch (meist chronische) Reizung der sogenannten Facettengelenke (Wirbelgelenke) bedingt ist. Das Facettensyndrom stellt eine häufige Ursache des Rückenschmerzes dar. Ursache des Facettensyndroms ist in der Regel der Verschleiß dieses Gelenkes (Spondylarthrose) bzw. dieser Gelenke.

Das Krankheitsbild tritt am häufigsten an der Lendenwirbelsäule auf, da hier die Belastung durch das aufliegende Körpergewicht und die starke Beweglichkeit am höchsten ist und somit der Verschleiß am frühesten einsetzt. Typisch sind hierbei Schmerzen in Höhe der krankhaft veränderten Gelenke bzw. knapp darunter, häufig mit Ausstrahlung in Richtung der Beine. Da die Facettengelenksnerven Seitenäste der unmittelbar benachbarten Nervenwurzel sind, ist die Schmerzausstrahlung eines Facettensyndroms ähnlich der Reizung einer Nervenwurzel, jedoch ohne die für das Wurzelreizsyndrom charakteristischen Empfindungsstörungen wie Taubheit, Kribbeln oder pelziges Gefühl. In der Regel strahlen die Schmerzen auch nicht so weit nach unten aus und folgen nicht dem typischen, von einer Nervenwurzel versorgten, Hautareal. Typischerweise verschlimmern sich die Schmerzen durch Belastung der Facettengelenke, z. B. durch Beugung ins Hohlkreuz (Retroflexion) oder Seitneigung aber auch durch längeres Stehen oder Gehen.

In der Regel werden zunächst unspezifisch Antiphlogistika eingesetzt. Bei ausbleibender Besserung kann eine Facetteninfiltration Linderung bringen, bei der ein Lokalanästhetikum, meist in Kombination mit einem Cortison-Präparat, in das betreffende Gelenk injiziert wird. Bei zumindest kurzfristiger Besserung werden z.B. Facettendenervierung als länger wirksame Maßnahmen eingesetzt.

Die Facettendenervierung kann problemlos und schonend als tageschirurgischer Eingriff durchgeführt werden.

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© Dr. Harald Wolf  2019